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08.02.2016 10:14
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11 Fragen an K+S-Chef Norbert Steiner

Kalipreisverfall: 11 Fragen an K+S-Chef Norbert Steiner | Nachricht | finanzen.net
Kalipreisverfall
Der Düngemittel- und Salzkonzern K+S kämpft seit dem abgewehrten Übernahmeversuch durch den kanadischen Rohstoffkonzern Potash mit einem stark gesunkenen Aktienkurs.
Zu allem Übel sind seit dem dritten Quartal auch die Preise für Kaliumchlorid deutlich gefallen, was den Druck auf die Aktie weiter erhöht hat. Wettbewerber Potash hat bereits Minen stillgelegt und musste für 2015 einen scharfen Gewinnrückgang bekannt geben. Zudem will der Konzern die Dividende kürzen, was auch K+S-Anleger verunsichert hat.

   Gut vier Wochen vor der Bekanntgabe der Jahresergebnisse bestätigte Konzernchef Norbert Steiner aber die operative Ergebnisprognose für das abgelaufene Jahr. Das Unternehmen werde mindestens das untere Ende der Prognosespanne erreichen, kündigte er im Interview mit Dow Jones Newswires an. Zudem bekräftige der Manager, K+S werde für 2015 eine deutlich höhere Dividende zahlen. Schwarz sieht Steiner auch nicht für 2016 und die Folgejahre. Im Kernmarkt Europa, wo jetzt die Frühjahrsdüngung ansteht, rechnet er mit einer guten Nachfrage. Das Konzern-EBITDA-Ziel für 2020 hat nach seinen Worten voll Bestand. Indikationen für einen erneuten Übernahmeversuch hat Steiner nicht.

   1. Herr Steiner, der Aktienkurs von K+S befindet sich seit Monaten im Sinkflug. Was ist ihrer Einschätzung nach der Grund dafür? Ist der starke Rückgang berechtigt?

   Norbert Steiner: Rohstoffunternehmen sind im Moment nicht die Lieblinge der internationalen Börsen. Das betrifft nicht allein den Düngemittelsektor. Durch die Bank musste auch unser Sektor in den vergangenen Wochen und Monaten bei den Bewertungen an der Börse deutlich Federn lassen, viele unserer Wettbewerber sogar noch wesentlich stärker als wir. Auch wenn es der Kapitalmarkt momentan vielleicht nicht hören will: Wir werden nicht müde unsere Stärken und Perspektiven hervorzuheben. Unser neues Kaliwerk in Kanada wird in wenigen Monaten in Betrieb gehen und mit unseren Düngemittelspezialitäten sowie unserem starken Salzgeschäft sind wir deutlich breiter aufgestellt als der Wettbewerb - um nur zwei Aspekte anzusprechen.

   2. Sie haben seit letztem Sommer ja oft betont, dass das Unternehmen deutlich mehr wert sei als der Aktienkurs reflektiert. Müssen sie jetzt bei dem extrem niedrigen Kursniveau nicht einen neuen Übernahmeversuch fürchten? Wie wappnen Sie sich dagegen?

   Steiner: Was heißt fürchten? Was ich sagen kann ist: Wir haben dafür keine Indikationen, aber ausschließen können wir nichts. Sollte ein Vorschlag auf den Tisch kommen, werden wir diesen nach Recht und Gesetz im besten Interesse des Unternehmens prüfen, so wie wir das im letzten Jahr getan haben.

   3. Potash hat ja Ende Januar einen Umsatzeinbruch um 12 Prozent und einen Gewinnrückgang um 17 Prozent vermeldet. Zudem soll die Dividende gekürzt werden. Müssen K+S-Aktionäre am 10. März mit ähnlich schlechten Nachrichten rechnen?

   Steiner: Wir haben uns gut geschlagen, es gibt keinen Grund, an unserer EBIT-Prognose von 780 bis 830 Millionen Euro zu rütteln. Dass wir am unteren Ende herauskommen werden, dürfte keinen überraschen. Das verbesserte Konzernergebnis sollte sich auch in einer deutlich höheren Dividende für das Geschäftsjahr 2015 bemerkbar machen. Wir wollen gemäß der langjährigen Politik wieder zwischen 40 bis 50 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses ausschütten. Insofern steht aus unserer Sicht keine Kürzung an. Selbstverständlich wird dies noch mit dem Aufsichtsrat besprochen - und letztlich liegt die Entscheidung bei der Hauptversammlung. Wir sind hier aber sehr optimistisch.

   4. Wie entwickelt sich derzeit ihre Nachfrage nach Düngemitteln?

   Steiner: Wir erwarten eine gute Nachfrage, die Frühjahrsdüngung steht in Europa vor der Tür und dort haben sich die Preise ja auch ganz ordentlich gehalten. Das gilt insbesondere für unsere Düngemittelspezialitäten.

   5. Der Preisverfall bei Düngemitteln hat die kanadische PotashCorp inzwischen zu einschneidenden Maßnahmen, wie die zeitweise Stilllegung von Kaliminen, gezwungen. Wie gut sind ihre Kapazitäten derzeit ausgelastet? Muss man auch hierzulande mit der zeitweisen Stilllegung von Gruben rechnen?

   Steiner: Aus heutiger Sicht: Nein. Wir haben jedoch andere Herausforderungen zu meistern. In unserem Werk Werra sind aufgrund der eingeschränkten Versenkerlaubnis zeitweilige Stillstände von Teilen des Werkes nicht ganz auszuschließen, mit entsprechender Wenigerproduktion. Wir managen die Situation bisher jedoch sehr gut, so dass bisher keine spürbaren Einschränkungen entstanden sind. Wir rechnen nach wie vor mit der Genehmigung im Sommer dieses Jahres, damit hätten wir längerfristig Entsorgungssicherheit.

   6. Die Kalipreise sind in den Überseemärkten inzwischen auf ein Niveau von 250 Dollar je Tonne eingebrochen. Im dritten Quartal 2015 haben diese im Schnitt noch bei 337 Dollar je Tonne gelegen. Worin sehen sie die Hauptursache?

   Steiner: Zunächst erinnere ich daran, dass wir ein breiteres Portfolio haben als die meisten unserer Wettbewerber. Viele schauen nur auf Kali und übersehen die Stärken unserer Spezialprodukte. Was den Preis für Kaliumchlorid angeht, kommen viele Faktoren zusammen: Die Agrarpreise sind aufgrund hoher Bestände bei wichtigen Agrarrohstoffen, wie zum Beispiel Weizen, rückläufig. Daher ist die Nachfrage derzeit zurückhaltend, bis neue Impulse gesetzt werden. Außerdem steckt mit Brasilien eines der wichtigsten Abnehmerländer in einer tiefen Krise.

   7. Was bedeutet der erneute Preisverfall für K+S?

   Steiner: Wir haben stets unter Beweis gestellt, dass wir auch mit vorübergehenden Phasen sinkender Preise umgehen können. Denken Sie nur an den Preisverfall nach dem "Schwarzen Dienstag" im Sommer 2013. Auch damals hat sich der Kalimarkt, schneller als von vielen Beobachtern erwartet, wieder erholt. Oder vergleichen Sie unser Unternehmen einmal mit 2007: Damals standen die Kalipreise auf dem gleichen Niveau wie heute und K+S hat knapp 300 Millionen Euro verdient. Heute sprechen wir davon, für 2015 ein EBIT von mindestens 780 Millionen Euro zu erreichen.

   8. Wie sieht es im Salzgeschäft aus? Bislang war der Winter ja sehr mild?

   Steiner: Der Winter 2016 ist noch nicht vorbei, insoweit ist es für ein Resümee zu früh. Aber klar, in Europa wie auch in Nordamerika war die Witterung Ende 2015 vergleichsweise mild. Im Januar lief es aber schon besser. Und: Wir sprechen im Salzgeschäft ja nicht allein von Auftausalz. Wir liefern große Mengen Salz an die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie. Wir sind hier sehr breit aufgestellt und wollen bis zum Jahr 2020 das operative Ergebnis (EBIT) im Salzgeschäft mindestens auf stabile 250 Millionen Euro steigern.

   9. Sie haben nach dem Rückzug von PotashCorp im Oktober 2015 versprochen, zu "liefern", gilt das noch?

   Steiner: Unsere Management-Agenda für dieses und die kommenden Jahre setzen wir konsequent um. Mit unserem Legacy Projekt in Kanada, anhaltender Kostendisziplin sowie der erfolgreichen Umsetzung unserer Salz 2020-Wachstumsstrategie sind wir hervorragend aufgestellt, um für unsere Aktionäre langfristig Wert zu generieren. Wir halten trotz der derzeit eingetrübten Lage am Kalimarkt unverändert an unserer Prognose fest, bis 2020 das Konzern-EBITDA auf rund 1,6 Milliarden Euro (2014: 896 Millionen Euro) zu steigern. Dazu wird ganz wesentlich das Legacy Projekt beitragen, aber auch der Geschäftsbereich Salz mit einem dann erwarteten EBITDA von mehr als 400 Millionen Euro. Mittelfristig werden wir ein attraktives Cash Flow-Wachstum aufweisen und die Verschuldung schnell und deutlich reduzieren. Wir werden nicht nur weiter in das operative Geschäft investieren und an unserer Dividendenpolitik festhalten, sondern dann auch mehr Spielraum für Maßnahmen wie Aktienrückkäufe haben.

   10. Zur neuen Kalimine in Kanada, liegen sie hier weiter im Zeit- und Kostenrahmen?

   Steiner: Ich war gerade dort und habe mich persönlich davon überzeugen können, dass wir sehr gut vorankommen. Wir liegen voll im Plan und bewegen uns im veranschlagten Kostenrahmen. Das Werk wird wie geplant im Sommer dieses Jahres in Betrieb genommen und Ende 2016 die erste Tonne Kali produzieren.

   11. Nochmal zurück zum Aktienkurs: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass K+S infolge des Kursrückgangs schon bald nicht mehr dem Dax angehören wird. Welche Auswirkungen hätte dies auf das Unternehmen?

   Steiner: Wir würden uns natürlich freuen, Mitglied des DAX zu bleiben. Für die Mitgliedschaft gibt es aber klare Kriterien der Deutschen Börse, deren Erfüllung nach dem starken Kursrückgang eine große Herausforderung ist. Wir wissen, was wir können und sehen attraktive Zukunftsperspektiven. Auch im MDAX wäre K+S kein Unternehmen minderer Qualität. Der Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit würden uns auch weiterhin Beachtung widmen, davon bin ich fest überzeugt.

   FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: K+S

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12.07.2019K+S UnderweightJP Morgan Chase & Co.
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