28.01.2019 20:32

Forbes: Apple ist tot

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Apple ist in der jüngsten Vergangenheit in schwieriges Fahrwasser geraten, das scheint außer Frage zu stehen. Doch Stephen McBride von Forbes geht sogar so weit und schreibt in einem Artikel den iPhone-Riesen tot.
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Der Forbes-Artikel "The End of Apple" (zu deutsch: "Das Ende Apples") von Stephen McBride malt eine schwarze Zukunft für den iPhone-Riesen, falls der Konzern überhaupt eine hat. Verantwortlich für den Untergang sei McBride zufolge tatsächlich das Flaggschiff des Unternehmens, das iPhone. Um diese Behauptung zu untermauern, führt McBride vielfältige Argumente an.

Stillschweigen zum iPhone-Absatz

Unbestritten ist das iPhone ein Umsatztreiber der Marke Apple. Darum wurden Investoren besonders hellhörig, als Apple im November 2018 bei der Vorlage der Quartalszahlen bekanntgab, keine Absatzzahlen des Smartphones mehr offenzulegen. Das ließ schon zu diesem Zeitpunkt den Kurs der Apple-Aktie fallen und der Abwärtstrend konnte bis heute nicht nachhaltig gestoppt werden. Dieses Minus beläuft sich inzwischen auf rund 30 Prozent.

Zwar hatte der iKonzern damals die Erwartungen beim Umsatz trotz rückläufiger Absatzzahlen übertroffen, doch diesen Pluspunkt verschiebt McBride schnell auf die Negativ-Seite. Durch immer weiter steigende Preise je verkauftem Gerät mache Apple trotz geringerer Verkaufszahlen mehr Umsatz. Nur, wie weit können die Preise noch steigen?

iPhone-Preis am oberen Ende der Spanne angelangt?

Das erste iPhone, vorgestellt von Mitgründer Steve Jobs im Januar 2007, kostete mit 4-GB-Speicher zunächst 499 US-Dollar, nur acht Monate später wurde die 8-GB-Version dann für 399 US-Dollar angeboten. Eines der neuesten Modelle, das iPhone XS Max wird in der Grundversion mit 64-GB-Speicher derzeit ab einem Preis von 1.099 US-Dollar verkauft, eine Steigerung um rund 175 Prozent. Auch im Durchschnitt zog der iPhone-Preis deutlich an: Statista bezifferte im dritten Quartal 2016 den Betrag auf unter 600 US-Dollar, im vierten Quartal 2018 lag er schon bei 793 US-Dollar. Darum brennt auch McBride insbesondere eine Frage unter den Nägeln: Denn durch die ständigen Preissteigerungen verzichten Nutzer inzwischen darauf in kurzen Abständen ein neues Gerät zu kaufen. Die Periode zwischen den iPhone-Käufen wird immer länger. Dadurch sinkt der Absatz deutlich.

Weitere Querelen

Doch nicht nur der sinkende Absatz der iPhones - welcher rund zwei Drittel des gesamten Apple-Umsatzes ausmacht - bringt den iKonzern dieser Tage in die Schlagzeilen. Dieses Problem scheint auch Apple inzwischen erkannt zu haben und schockte Anfang Januar die weltweiten Börsen mit einer Umsatzwarnung. Auch der andauernde Patentstreit mit QUALCOMM stellt dem Unternehmen ein Bein. Denn in mehreren Ländern erwirkte der Chip-Gigant ein Verkaufsverbot für bestimmte iPhone-Modelle. Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China wird für Apple zur Belastungsprobe, bisher ohne dass ein Ende des Zollkonflikts in Sicht wäre.

Auch bei der Service-Sparte, die ursprünglich zum neuen "Heilsbringer" werden und das iPhone damit als Kerngeschäft ablösen sollte, scheint es nicht rund zu laufen. Zumindest warnen die Analysten von RBC Capital davor, dass sich das Umsatzwachstum der Sparte im Dezember deutlich verlangsamt hat.

Apple: Tot oder lebendig?

Ob es nun tatsächlich soweit ist, dass Apple schon seinen eigenen Grabstein bestellen sollte, sei dahin gestellt. Fest steht, dass der Konzern sich in unruhigen Gewässern befindet, wobei er jedoch nicht alleine steht. Der US-Bullenmarkt hat viele Aktien in die Höhe getrieben, bei denen sich Investoren nun fragen, ob nicht doch eine deutliche Überbewertung vorliegt. So warnte auch Börsenexperte Mark Hulbert erst kürzlich davor, dass die Korrektur erst begonnen habe.

Letztlich bleibt nur der nächste Schritt Apples abzuwarten. Sollte jedoch das iPhone der wichtigste Wachstumstreiber in der Apple-Bilanz bleiben und der Konzern dazu weiter an der Preisschraube drehen, könnte sich dies negativ niederschlagen. Jedoch ist Apple für Innovationen bekannt, und vielleicht kommt das Unternehmen bald mit dem "next big thing" um die Ecke.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com, Phuong D. Nguyen / Shutterstock.com

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