14.11.2018 15:49

Tesla Model 3: Versetzt der Musk-Flitzer der deutschen Automobilindustrie nun den Todesstoß?

Absatzexplosion: Tesla Model 3: Versetzt der Musk-Flitzer der deutschen Automobilindustrie nun den Todesstoß? | Nachricht | finanzen.net
Absatzexplosion
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Der neue Hoffnungsträger von Tesla, der Model 3, soll nach den Vorstellungen von Elon Musk ein Elektroauto für den Massenmarkt werden. Doch wie ambitioniert sind diese Pläne und was haben die deutschen Autobauer dem entgegenzubringen?
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Mit einem 50-kWh-Akku, einer Reichweite von bis zu 350 Kilometer, einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h und einem Einstiegspreis von 35.000 US-Dollar in den USA, möchte Elon Musk die Welt begeistern. Der Model 3 von Tesla steht nun in den Startlöchern und wird, zum Leidwesen der deutschen Automobilindustrie, im ersten Halbjahr 2019 auch hierzulande auf den Straßen unterwegs sein.

Vom Sorgenkind zum Kassenschlager?

Trotz anfänglicher Lieferschwierigkeiten und Produktionsproblemen soll das einstige Sorgenkind von Tesla nun den Massenmarkt erobern. Denn im Gegensatz zu den anderen Fahrzeugen im Produktportfolio von Tesla ist der Model 3 um einiges günstiger.

Ein relatives Schnäppchen

Während deutsche Tesla-Kunden für die Limousine Model S rund 85.000 Euro, das SUV Model X rund 105.000 Euro und für das Spitzenklasse-Modell P100D sogar über 150.000 Euro bezahlen müssen, klingen die umgerechnet rund 31.000 Euro für einen Model 3 verhältnismäßig preiswert.

Für 35.000 US-Dollar gibt es nur das Nötigste

E-Auto-Fans, die jetzt einen Tesla fahren möchten, müssen nun also nicht mehr allzu tief in die Tasche greifen. Jedoch gibt es auch beim Model 3 je nach Ausführung preisliche Unterschiede. So kostet das Model 3 Long Range mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometer und einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h schon 49.000 US-Dollar. Für die Rennfahrerversion mit einer Höchstgeschwindigkeit von 249 km/h und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden sind dann aber auch schon Preise oberhalb der 80.000 US-Dollar Marke möglich. Dieser sogenannte Model 3 Performance ist dafür aber auch mit einem Dual Motor AWD ausgestattet.

Der Model 3 war der "finale Schritt" von Elon Musk

Wie die einzelnen Modellausführungen zeigen, ist das Elektroauto für "jedermann" jedoch nur in der simpelsten Grundausstattung ein Schnäppchen. Für Elon Musk ist der Model 3 dennoch "der finale Schritt des Masterplans". Der Model 3 ist "ein erschwingliches Auto für den Massenmarkt", so der Tesla-CEO weiter bei der Vorstellung des Fahrzeugs am 31. März 2016.

"Der Spaß fängt erst an"

Schon jetzt verdrängt Tesla in den USA die ersten Premiumhersteller aus Deutschland. Während Porsche und Audi auf dem US-Markt in der Kategorie der Oberklasse-Modelle zwischen August und Oktober 2018 nur 4.820 und 16.060 Autos verkaufen, waren es bei Tesla schon 21.800 Pkw.

"Wer im US-Markt unter dem Erzkonservativen und Öl-Protegé Donald Trump solche Verkaufszahlen schafft, muss äußerst ernst genommen werden. Der Spaß der klassischen Autobauer mit Elon Musk fängt erst an", so der CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer in Bezug auf die Absatzexplosion von Tesla.

Tesla überholt BMW

Nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten des E-Auto Pioniers hat der Konzern nun offenbar die Kurve bekommen. Der Model 3 ist schon jetzt das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Auch in puncto Marktkapitalisierung bietet der Musk-Konzern den deutschen Autoherstellern die Stirn. Mit einem Aktienkurs von 340 US-Dollar bringt es der US-Konzern auf einen Börsenwert von 59,36 Milliarden US-Dollar und übertrumpft damit den Traditionshersteller BMW. Die Bayrischen Motoren Werke bringen es gegenwärtig nur noch auf eine Marktkapitalisierung von 58,2 Milliarden US-Dollar.

Die Börse handelt Zukunft

Zwar spielen BMW und Tesla in zwei ganz unterschiedlichen Ligen, aber die Anleger sehen in Tesla gegenwärtig eine bessere Zukunftsinvestition. Dennoch verkauft BMW jährlich weltweit rund zwei Millionen Fahrzeuge und Tesla mit Blick auf die aktuellen Produktionszahlen nur 360.000.

Musk braucht keine Produktvielfalt

Während BMW in den USA insgesamt 14 Modell-Linien im Angebot hat, sind es bei Tesla mit dem Model 3, S und X lediglich drei und die Modellstrategie von Elon Musk scheint aufzugehen. Denn BMW verkaufte in den USA im Oktober durchschnittlich 1.660 Fahrzeuge pro Modell-Linie, bei Tesla waren es aber 7.230 Autos pro Modell. Die größere Produktpalette schützt also nicht unbedingt davor, gnadenlos verdrängt zu werden.

Deutsche Hersteller im Fadenkreuz

Ob sich der Model 3 mit einem stolzen Einstiegspreis von 35.000 US-Dollar zum neuen "Volkswagen" entwickeln wird, ist zwar fraglich - klar ist aber, dass der US-Elektroautobauer auch in Zukunft versuchen wird, immer mehr Marktanteile von seinen Konkurrenten abzujagen. Gerade in den USA könnte somit die Dominanz der deutschen Premiumautobauer stark zurückgedrängt werden. Der gewaltige Konkurrenzkampf im Bereich der elektrisch betriebenen Automobile hat gerade erst begonnen. Denn neben Tesla versuchen auch die chinesischen Produzenten wie NIO, Geely und BYD die glorreichen Jahre der deutschen Automobilindustrie zu beenden.

Pierre Bonnet / finanzen.net

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