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16.11.2016 03:00

Millionen mit Spiegeln: Die besten Solar-Aktien

Euro am Sonntag-Analyse: Millionen mit Spiegeln: Die besten Solar-Aktien | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Analyse
Regenerative Energiequellen sind ein Milliardenmarkt in Schwellenländern - auch für deutsche Firmen. Welche Unternehmen dabei sind.
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€uro am Sonntag
von Oliver Ristau, Euro am Sonntag

Die Sonne strahlt und ein kräftiger Wind weht über die Ebene. Rote Erde breitet sich bis zum Atlas-Gebirge in der Ferne aus. Hier in der heißen Geröllwüste Südmarokkos, unweit der Stadt Ouarzazate, lässt der nordafrikanische Staat eines der weltweit größten Kraftwerke zur Erzeugung von Solarstrom entstehen.


Spiegelfelder, blau wie der Himmel, wölben sich bis zum Horizont über dem roten Grund. In nicht enden wollenden Reihen miteinander verbunden, konzentrieren sie das Licht auf ein Glasrohr, in dem ein Öl zirkuliert, das die Sonnenkraft auf 400 Grad Celsius erhitzt. Die Hitze, in Wasserdampf verwandelt, nutzt eine Turbine, um daraus Strom für Marokkos Hochspannungsnetz zu produzieren. Das erste dieser Mega-Kraftwerke steht, zwei weitere werden unter Hochdruck gebaut.


Als Gastgeber des diesjährigen Klimagipfels, der bis Mitte des Monats in Marrakesch tagt, gibt Marokko ein Beispiel, wie die Energiewende in einem Schwellenland aussehen kann. König Mohammed VI. hatte auf dem letzten Treffen in Paris angekündigt, dass das Königreich in den kommenden 15 Jahren mehr als die Hälfte seiner Stromerzeugung aus regenerativen Quellen schöpfen will. Aktuell liefern zu drei Vierteln Kohle, Öl und Gas die Energie. Über 90 Prozent davon muss das Land importieren.

Die Sonne gibt es dagegen frei Haus. Marokko zählt zu den Ländern mit der weltweit höchsten Sonnenintensität. Im den südlichen Trockenwüsten kommen jährlich über 2.300 Kilowattstunden pro Quadratmeter an. Die Sonne spendiert Marokko damit doppelt so viel Energie wie Deutschland. Leben ist in den Wüsten wegen der Trockenheit schwierig - solare Energieerzeugung dagegen ein potenzieller Milliardenmarkt.

Großer Energiebedarf

Die wachsende Wirtschaft des ara­bischen Landes braucht Energie, der Strombedarf klettert Jahr für Jahr. Dafür werden allein in den Solarkomplex in Südmarokko bis 2020 über zwei Milliarden Euro investiert, vor allem durch öffentliche Geldgeber und Privatinvestoren aus Saudi-Arabien. Vier weitere Großkomplexe sollen im ganzen Land dazukommen - insgesamt 2.000 Megawatt (MW) an Erzeugungsleistung. Das entspricht in etwa drei großen Kohle- oder Kernkraftwerken. Noch einmal so viel soll die Windkraft beitragen.


Marokko steht da nicht allein. Auch viele andere Schwellen- und Entwicklungsländer brauchen neue Energien, saubere Quellen wie Sonne und Wind sind da willkommen. Doch das erfordert Milliardeninvestitionen - für viele der klammen Staaten kaum zu schaffen.

Deshalb hat die Staatengemeinschaft beim letzten Treffen in Paris einen Klimaschutzfonds vereinbart, der ab 2020 rund 90 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung stellen soll - finanziert durch die Industriestaaten und unterstützt vom scheidenden US-Präsidenten Obama. In Marrakesch soll der Fonds auf den Weg gebracht werden - auch wenn US-Klimahilfen durch den Sieg von Donald Trump mittelfristig wieder auf dem Spiel stehen.

Viel Platz und heiße Zonen

Vom Schutzfonds dürften gerade solche Spiegelsolarkraftwerke profitieren. Denn sie brauchen zwei Voraussetzungen, die in vielen Schwellen- oder Entwicklungsländern mit heißen Trockenzonen gegeben sind: ausreichend große Flächen und viel Sonnenschein. Derzeit realisieren unter anderem Chile, Süd­afrika und China solche Vorhaben. Saudi-Arabien zeigt großes Interesse. Die saudische Acwa-Gruppe betreibt das marokkanische Kraftwerk und hat vor zwei Jahren den deutschen Spezialspiegelhersteller Flabeg übernommen, der die Anlage mit einer halben Million Spiegel ausgerüstet hat.

Anders als im Fall der Photovoltaik, bei der die Sonne den Strom direkt in den Solarzellen erzeugt, gehen die Spiegelkraftwerke einen indirekten Weg. Die Spiegel konzentrieren das Sonnenlicht, das ein Medium wie Öl erhitzt. Eine Dampfturbine produziert Strom wie in konventionellen Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerken.

Auch in Spanien arbeiten mehrere Dutzend dieser Kraftwerke. Doch als das Mittelmeerland vor ein paar Jahren die Förderung einstellte, brach der Markt zusammen. Das trieb auch den damals führenden Solarkraftwerks­entwickler, die Erlanger Solar Millennium AG, in den Ruin. Mancher Aktionär erinnert sich mit Grausen.

Fallende Preise begünstigen das ­Comeback der Spiegelkraftwerke. "Wir finden solarthermische Kraftwerke für den Ausbau unseres Portfolios grundsätzlich interessant, weil die Kosten in den letzten Jahren deutlich gefallen sind", sagt Hans Bünting, Vorstand der Essener Innogy. Der regenerative Stromerzeuger ist an solchen Anlagen bereits in Spanien beteiligt. Die Kraftwerke liefen "sehr zuverlässig", so Bünting. Voraussetzung für ihre Wirtschaftlichkeit sei, dass sie groß genug dimensioniert würden - so wie in Marokko, wo das neu gebaute Kraftwerk mit 160 MW über eine dreimal höhere Leistung verfügt als die Anlagen in Spanien.

Günstiger Solarstrom

Der Solarstrom kostet mit zwölf Eurocent je Kilowattstunde nur noch die Hälfte. Zwar liegen die Kosten damit immer noch deutlich über jenen alter Kohlekraftwerke, die die Elektrizität für drei bis vier Cent erzeugen, doch verglichen mit konventionellen Neuprojekten ist das wettbewerbsfähig. Überdies kann das Solarspiegelmeer den Strom dann zur Verfügung stellen, wenn er die höchsten Verkaufspreise erzielt: in den Abendstunden.
Denn anders als Photovoltaik- und Windkraftparks verfügen solarthermische Kraftwerke über einen Speicher. So überträgt das Spiegelkraftwerk in Ouarzazate die Energie aus dem solar erhitzten Öl nicht nur auf die Turbine zur direkten Stromproduktion, es erhitzt auch 45.000 Tonnen Flüssigsalz, das in zwei großen Tanks lagert. Das Salz gibt nach Sonnenuntergang seine Energie ab und produziert Strom. Salz ist nach Auskunft der Marokkaner die derzeit günstigste Variante, Solarstrom zu speichern. Lithium-Batterien seien bisher noch deutlich teurer.

Der Chemiekonzern BASF zählt zu den Anbietern solcher Natrium- und Kaliumnitratsalze. Auch der chilenische Chemiekonzern Sociedad Química y Minera (SQM), der auch wegen seiner führenden Position bei Lithium bekannt ist, profitiert von der Technologie. Zu den deutschen Unternehmen, die im Wüstensand Zukunftschancen wittern, zählt Leoni. Die Nürnberger produzieren spezielle Kabel und Stecker für die Spiegelkraftwerke. Der Markt, so der Zulieferer, stehe erst am Anfang.

Investor-Info

BASF
Sonne und Salz

Der Chemieriese baut den Bereich Flüssigsalze strategisch aus und bietet - untypisch - auch Beratungspakete an. Die Ludwigshafener sind schon länger präsent, sehen den Markt als "interessantes Zukunftsgeschäft". Noch ist es eine Nische, BASF zählt aber schon jetzt zu den Profiteuren des Solarspiegelbooms. Insgesamt profitiert der Konzern von jüngsten Sparanstrengungen und überraschte zuletzt mit seinen Zahlen positiv.

Innogy
Sauberes Portfolio

Schwellenländer zahlen einen soliden Preis pro Kilowattstunde Spiegelstrom, der RWE-Ableger könnte sich ein Zubrot mit ­attraktiver Gewinnmarge sichern, das auch dem Image nützt. Die Essener haben bereits international Erfahrung mit der Technologie gesammelt. Nach dem soliden Börsendebüt soll Innogy laut Vorstand international wachsen, Solarthermieprojekte könnten da gut passen. Aktie mit ­Potenzial.

Leoni
Gut gesteckt

Drei Viertel des Umsatzes von Leoni stammen aus der Automobilbranche, der Bereich erneuerbare Energien sind eine wichtige Er­gänzung. In der Photovoltaik zählen die Nürnberger zu den Marktführern für Kabel und Anschlussdosen. Für die Solarthermie fertigt Leoni Kabel und Stecker, die flexibel sind und die Bewegung der Spiegel nach Sonnenstand gewährleisten. Pro Kraftwerksprojekt schätzt Leoni fünf bis zehn Millionen Euro potenziellen Umsatz. ­Haltenswert.
Bildquellen: Gencho Petkov / Shutterstock.com, fotoscool / Shutterstock.com

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