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11.11.2019 19:34

Apple-Gründer Wozniak mischt sich ein: Geschlechterdiskriminierung bei Apples Kreditkarte?

Kritik an Apple Card: Apple-Gründer Wozniak mischt sich ein: Geschlechterdiskriminierung bei Apples Kreditkarte? | Nachricht | finanzen.net
Kritik an Apple Card
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Noch im Oktober hatten Apple und Goldman Sachs allen Grund zum Jubeln: Der Launch der Apple Card in den USA sei der erfolgreichste Kreditkarten-Launch "aller Zeiten" gewesen, hieß es. Doch offenbar ist nicht jeder glücklich mit der Kreditkarte aus dem Hause Apple, denn im Internet wird massive Kritik laut - auch von Steve Wozniak.
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• Frauen erhalten bei Apple Card schlechtere Bedingungen
• Steve Wozniak persönlich betroffen
• Behörde nimmt Algorithmus unter die Lupe

Die Apple-Kreditkarte hat ein großes Problem: Bei der Festsetzung des Kreditrahmens werden offenbar in vielen Fällen Frauen massiv benachteiligt. Darauf hat der IT-Unternehmer David Heinemeier Hansson hingewiesen. Er macht seit vergangener Woche seinem Ärger auf Twitter in unzähligen Tweets Luft und bezeichnete die Apple Card unter anderem als "verficktes sexistisches Programm", da ihm ein 20-fach höherer Kreditrahmen eingeräumt worden sei als seiner Ehefrau, obwohl beide in einer Gütergemeinschaft leben würden und steuerlich zusammen veranlagt seien. Eine Überprüfung ihrer Kreditwürdigkeit habe außerdem ergeben, dass seine Frau sogar einen besseren Kredit-Score besäße als er, schreibt der Unternehmer in einem weiteren Tweet. Für ihn ist daher offensichtlich, dass bei der Apple Card Frauen benachteiligt werden.

Auf seine Tweets erhielt David Heinemeier Hansson zahlreiche Reaktionen, viele Twitter-Nutzer berichten von ähnlichen Erfahrungen. Einige schildern sogar, dass ihre Ehefrauen trotz besserem Kredit-Score und höherem Einkommen einen geringeren Kreditrahmen bekommen hätten oder dass ihnen die Kreditkarte gleich ganz verwehrt geblieben wäre.

Auch Steve Wozniak hat Ärger mit Apple Card

Prominente Schützenhilfe für den IT-Unternehmer kam auch von Steve Wozniak, dem Mitgründer von Apple. "Uns ist das Gleiche passiert", schrieb Wozniak am Wochenende auf Twitter. "Ich habe einen 10-mal höheren Kreditrahmen." Dabei besäßen er und seine Frau weder getrennte Bankkonten noch sonstige getrennte Vermögen.

Bei anderen Kreditkarten, die das Paar besitzt, hätten beide Ehepartner das gleiche Kreditlimit, so Wozniak in einem weiteren Beitrag. Bei der Apple Card sei es jedoch nahezu unmöglich, jemanden ans Telefon zu bekommen, der den offensichtlichen Fehler beheben könne. Denn die Kreditwürdigkeit wird bei der Apple Card ausschließlich mittels einem computergesteuerten Algorithmus ermittelt - und "wer weiß schon, was dieser Algorithmus ist", so Wozniak. Das sei eben "Big Tech in 2019". Auch die Ehefrau von David Heinemeier Hansson war laut ihrem Mann in Gesprächen mit Apple-Mitarbeitern immer wieder auf den Algorithmus verwiesen worden, der entscheiden würde und den man nicht beeinflussen könne.

"Diese Art von Unfairness beunruhigt mich und läuft dem Prinzip der Wahrheit zuwider. Es ist nicht transparent, wie Firmen diese Dinge aufsetzen und betreiben", sagte Steve Wozniak laut "Bloomberg" in einem Interview. "Algorithmen haben offensichtlich Mängel," so der Apple-Mitgründer weiter. Gleichzeitig kritisierte er, dass die Regierung bei der Regulierung nicht genug tun würde: "Unsere Regierung ist bei Fragen der Regulierung nicht stark genug. Verbraucher können nur durch die Regierung repräsentiert werden, da die großen Unternehmen nur sich selbst repräsentieren".

Wozniak: Apple und Goldman Sachs trifft beide Schuld

Inzwischen hat sich jedoch die Finanzregulierungsbehörde des US-Bundessstaates New York eingeschaltet und will überprüfen, ob der Algorithmus, der hinter der Apple Card steckt, tatsächlich wissentlich oder unwissentlich Frauen diskriminiert. Denn das verstieße gegen die Gesetze des Bundesstaates. "Die Behörde wird eine Untersuchung durchführen um festzustellen, ob das New Yorker Recht verletzt wurde, und sicherzustellen, dass alle Konsumenten unabhängig von deren Geschlecht gleichbehandelt werden", sagte die Leiterin der Behörde laut "Bloomberg".

Egal wie diese Untersuchung ausfällt, für Goldman Sachs und Apple könnte sich die zuerst gefeierte Kreditkarte durch den öffentlichen Aufschrei zu einem ernsten Imageproblem wandeln, denn beide Konzerne haben mit der Apple Card Neuland betreten - und drohen nun damit auf die Nase zu fallen. Für die US-Investmentbank sollte sie den Einstieg ins Geschäft mit Privatkunden markieren, diese lassen jetzt jedoch kaum ein gutes Haar an der Karte. Da hilft es jetzt vermutlich auch nicht mehr, dass Goldman Sachs am Wochenende den Kreditrahmen der Ehefrau von David Heinemeier Hansson angepasst und öffentlich beteuert hat, dass man bei der Apple Card keine Entscheidungen basierend auf Faktoren wie dem Geschlecht getroffen habe oder treffen werde. Stattdessen werde jeder Antragsteller individuell und unabhängig von anderen Familienmitgliedern auf der Basis seines eigenen Einkommens und seiner individuellen Kreditwürdigkeit - die sich wiederum aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt - beurteilt. Daher sei es möglich, dass "zwei Familienmitglieder signifikant unterschiedliche Kreditentscheidungen" erhalten könnten, so der Goldman Sachs-Sprecher.

Doch auch Apple droht ein Imageschaden, denn der Konzern ist sonst dafür bekannt, ausgereifte und ausgesprochen benutzerfreundliche Produkte auf den Markt zu bringen. Zudem bewarb der iPhone-Hersteller die Kreditkarte mit dem Slogan "geschaffen von Apple, nicht einer Bank", verweist bei Beschwerden laut David Heinemeier Hansson aber allein auf Goldman Sachs und den Algorithmus. Für Steve Wozniak ist die Schuldfrage hingegen klar: "Einige sagen, die Schuld liegt bei Goldman Sachs, aber so wie Apple da mitdrinsteckt, sollten sie die Verantwortung teilen", so Wozniak laut "CNN".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Viappy / Shutterstock.com, TonyV3112 / Shutterstock.com

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