finanzen.net
13.11.2017 08:59
Bewerten
(9)

Währungsalternative: Können Bitcoin & Co. Euro und Dollar ersetzen?

Staatscoin vs. Digicoin: Währungsalternative: Können Bitcoin & Co. Euro und Dollar ersetzen? | Nachricht | finanzen.net
Staatscoin vs. Digicoin
DRUCKEN
Der Hype um digitale Währungen ist ungebrochen. Auch wenn beim Bitcoin in der vergangenen Woche Konsolodierungseffekte einsetzten, die Nachfrage nach den digitalen Token bleibt hoch. Doch die Frage stellt sich: Können Bitcoin & Co. das Währungssystem revolutionieren und Staatsgeld tatsächlich ablösen?
Am Thema Bitcoin scheiden sich die Geister. Während zahlreiche Experten, darunter auch JPMorgan-Chef Jamie Dimon dem Konzept Kryptowährungen skeptisch gegenüberstehen und eine Blase befürchten, rechnen andere Analysten mit weiterem massiven Aufwärtspotenzial und geben bei einem aktuellen Stand von 6.200 Dollar Kursziele von 50.000 US-Dollar aus. Noch sind Bitcoin, Ethereum & Co. aber im alltäglichen Zahlungsverkehr nicht angekommen. Zwar haben inzwischen Länder wie Japan und Australien die größte Kryptowährung Bitcoin als Zahlungsmittel anerkannt - die breite Masse haben die digitalen Token im Zahlungsalltag aber noch nicht erreicht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob Blockchain-basierte Währungen dem Staatsgeld tatsächlich Konkurrenz machen und Euro oder Dollar in naher Zukunft ersetzen könnten.

Anzeige

So einfach ist es, in Bitcoin zu investieren!
» Lesen Sie unsere Schritt für Schritt Anleitung

Währungsfunktionen unter der Lupe

Grundsätzlich gibt es aus volkswirtschaftlicher Sicht drei Hauptfunktionen von Währungen. Die Zahlungsmittelfunktion: Währungen können gegen Ware und Dienstleistungen eingetauscht werden. Die Funktion als Wertaufbewahrung: Währungen haben einen gewissen Vorsorgeaspekt, unter anderem im Hinblick auf das Rentenalter. Wer Geld spart, mehrt üblicherweise sein Vermögen - auch wenn diese Funktion in Zeiten von Nullzins zumindest anfechtbar ist. Die dritte Funktion einer Währung ist ihr Einsatz als Recheneinheit und Wertmaßstab: Was Waren und Dienstleistungen wert sind, lässt sich auf Basis von Währungen bewerten und ermitteln. Welche dieser Funktionen, die Staatswährungen wie Euro oder Dollar erfüllen, lassen sich auf Digitalwährungen übertragen?

Bereits bei der Zahlungsmittelfunktion versagen Bitcoin & Co. Zwar haben viele Händler die Zahlungsmöglichkeit via Bitcoin inzwischen freigegeben, doch längst nicht jede Ware oder Dienstleistung lässt sich mit Kryptogeld bezahlen. Möglicherweise könnte in naher Zukunft allerdings Bewegung in die Sache kommen, denn bereits seit geraumer Zeit gibt es Gerüchte, dass etwa der Online-Handelsriese Amazon Zahlungen in digitalen Token akzeptieren will. Sollte ein solcher Milliardenkonzern den Weg für Zahlungen mit Bitcoin oder Ethereum frei machen, dürfte dies der Akzeptanz von Kryptowährungen im alltäglichen Zahlungsverkehr einen großen Schub verleihen. Flächendeckende Akzeptanz ist allerdings vorerst nicht zu erwarten - zu groß sind die Risiken insbesondere für kleinere Händler. Die starke Volatiliät macht Bitcoin zudem auch für private Kunden für den Zahlungsverkehr wenig attraktiv.

Auch Wertaufbewahrung ist mit Kryptowährungen schwer umzusetzen. Zwar legte der Wert von Digitalwährungen in den vergangenen Monaten massiv zu, allein für die Leitwährung Bitcoin ging es in den letzten zwölf Monaten um knapp 800 Prozent nach oben. Dabei kam es jedoch zu sehr starken Schwankungen. Bitcoin & Co. zur Altersvorsorge einzusetzen, ist daher kaum zu empfehlen. Zu ungewiss ist, wie viel die Digitalwährung zum Zeitpunkt des Renteneintritts wert sein wird.

Und auch als Recheneinheit und Wertmaßstab taugen Kryptowährungen nur bedingt: Angesichts der enormen Kursschwankungen, die auf Tagessicht im zweistelligen Prozentbereich liegen können, lässt sich der Wert von Waren und Dienstleistungen kaum verlässlich bemessen.

Doch auch wenn Bitcoin & Co. die grundsätzlichen Währungsfunktionen nicht oder nur in geringem Maße erfüllen: Digitalwährungen werden voraussichtlich zu einer echten Konkurrenz für Fiat-Währungen aufsteigen. Denn sie sind eine Alternative für Landeswährungen, allerdings kein Ersatz.

Bitcoin nein, Blockchain ja

Deutliche Relevanz und Akzeptanz dürfte in den kommenden Monaten und Jahren nicht die Digitalwährungen selbst, sondern die dahinterstehende Blockchain-Technologie gewinnen. Dem stimmen auch Wirtschaftsexperten, wie Ben Bernanke zu: Der ehemalige Chef der US-Notenbank Federal Reserve rechnet dem Bitcoin selbst keine allzu großen Überlebenschancen aus: "Bitcoin ist ein Versuch, Fiat-Währung zu ersetzen und damit Regulierungsmaßnahmen und staatliche Kontrolle zu umgehen. Ich glaube nicht, dass das ein Erfolg wird. Regierungen werden alles Nötige tun, um dies zu verhindern", so der Wirtschaftsexperte.

Das Digitalwährungen zugrundeliegende Konzept der Blockchain hingegen habe durchaus Zukunftspotenzial: "Die Fed, die Bank of England und Japan unterstützen diese Systeme sehr, da sie die Zahlungssysteme verbessern werden. Besonders grenzüberschreitende Zahlungstransaktionen könnten durch die Blockchain beschleunigt werden."

Rezessionsgefahr droht

Tatsächlich arbeiten einige Zentralbanken, darunter auch die russische, bereits an eigenen Digitalwährungen, die allerdings - anders als Bitcoin & Co. - staatlich kontrolliert werden sollen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht gibt es auch kaum Befürworter einer unregulierten Währung als Ersatz für Staatscoins. Denn einer auf Kryptowährung basierten Wirtschaft droht massive Rezessionsgefahr, da Steuerungsmechanismen wie etwa die Inflationskontrolle, fehlen. Auch eine Ausweitung der Geldmenge, bei Zentralbanken ein probates Mittel, um in Krisenzeiten billiges Geld zu schaffen, wäre dann nicht möglich. Denn Kryptowährungen sind in ihrer Menge begrenzt, von Bitcoins etwa werden maximal 21 Millionen in Umlauf sein. Eine höhere Nachfrage nach Geld könnte mit Bitcoin als Staatswährung nicht bedient werden - der Wert eines jeden einzelnen Token würde entsprechend zwangsläufig steigen, Waren und Dienstleistungen würden hingegen verbilligt werden müssen. Deflation wäre die Folge und würde im schlimmsten Fall eine Wirtschaftskrise nach sich ziehen.

Eher Gold- als Währungsersatz

Dass Kryptowährungen staatlich kontrollierte Währungen wie Euro oder Dollar ersetzen, ist also unwahrscheinlich. Dennoch könnten Digitalwährungen in Zukunft voraussichtlich großen Einfluss ausüben. Allerdings nicht als Zahlungsmittel, sondern als Finanzanlage, das Kapital aus dem Wirtschaftskreislauf zieht. Statt in Gold könnten viele Anleger ihr Kapital in Kryptowährungen umschichten, denn bei beiden ist das Angebot begrenzt. Allerdings hat das Edelmetall den digitalen Token eine wichtige Eigenschaft voraus: Es besitzt einen inneren Wert, allein durch die Nachfrage aus der Industrie, wo es Verwendung findet. Daher nutzen Anleger Gold seit jeher als sicheren Hafen. Zudem schwankt der Goldpreis nicht annähernd so stark, wie die Kurse von Digitalwährungen, was dem Sicherheitsbedürfnis von Anlegern mehr entgegenkommt.

Deutlichere Kurssprünge sind unterdessen bei Kryptowährungsanlagen möglich. Solange das Vertrauen in das Potenzial der digitalen Token gegeben ist, werden sich Anleger finden, die auf den Zug aufspringen und ihr Geld in Kryptowährungen investieren. Entsprechend kann die Rally am Kryptowährungsmarkt auch weitergehen.

Die Tage von Euro, Dollar & Co. sind deswegen aber wohl noch lange nicht gezählt.

Redaktion finanzen.net

Zum Weiterlesen:
» Bitcoin kaufen - So geht's

» Bitcoin-Webinar am 14.11.2017 - Hype oder Investition der Zukunft?

» Kryptowährungen kaufen

Bildquellen: Lightboxx / Shutterstock.com

Nachrichten zu Amazon

  • Relevant
    3
  • Alle
    8
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Amazon

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
10.12.2018Amazon overweightMorgan Stanley
10.12.2018Amazon overweightMorgan Stanley
04.12.2018Amazon overweightBarclays Capital
04.12.2018Amazon buyNomura
04.12.2018Amazon OutperformWells Fargo & Co
10.12.2018Amazon overweightMorgan Stanley
10.12.2018Amazon overweightMorgan Stanley
04.12.2018Amazon overweightBarclays Capital
04.12.2018Amazon buyNomura
04.12.2018Amazon OutperformWells Fargo & Co
26.09.2018Amazon HoldMorningstar
30.07.2018Amazon neutralJMP Securities LLC
13.06.2018Amazon HoldMorningstar
02.05.2018Amazon HoldMorningstar
02.02.2018Amazon neutralJMP Securities LLC
11.04.2017Whole Foods Market SellStandpoint Research
23.03.2017Whole Foods Market SellUBS AG
14.08.2015Whole Foods Market SellPivotal Research Group
04.02.2009Amazon.com sellStanford Financial Group, Inc.
26.11.2008Amazon.com ErsteinschätzungStanford Financial Group, Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Amazon nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Informationsvorsprung für Anleger

Mit japanischen Kerzencharts können Trader das Marktgeschehen exakt analysieren. Wie Sie die japanischen Candlesticks erfolgreich für Ihr Trading nutzen, erklärt Tom Neske heute Abend ab 18 Uhr.
Jetzt Platz sichern!

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,14170,0047
0,41
Japanischer Yen128,13600,2460
0,19
Pfundkurs0,90210,0031
0,34
Schweizer Franken1,13220,0040
0,35
Russischer Rubel77,20950,4877
0,64
Bitcoin3392,6699127,0898
3,89
Chinesischer Yuan7,87540,0391
0,50

Heute im Fokus

DAX freundlich -- Dow mit grünem Start -- Ceconomy: Dividende fällt aus -- FedEx senkt Jahresprognose -- Haushaltsstreit: EU und Italien einigen sich -- Fresenius, EVOTEC, Deutsche Post im Fokus

Zuschlag für Erhebung der Pkw-Maut soll an Konsortium Kapsch/CTS Eventim gehen. Apple will Verkaufsbann in China mit Software-Update vermeiden. Tesla-Chef eröffnet Test-Tunnel in Los Angeles. Chinesische Polizei verhaftet offenbar dritten Kanadier. Börsendebüt für Softbanks Mobilfunktochter enttäuscht.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Glauben Sie, dass es noch zu einem geordneten Brexit kommen wird?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Saint-Gobain S.A. (Compagnie de Saint-Gobain)872087
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Amazon906866
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
Deutsche Post AG555200
Wirecard AG747206
BASFBASF11
TeslaA1CX3T
Aurora Cannabis IncA12GS7
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Telekom AG555750
Ceconomy St.725750
EVOTEC AG566480