27.05.2022 23:48

Eurokurs nähert sich zunehmend dem Dollar an - wie wahrscheinlich ist eine Parität?

Unterschiedliche Geldpolitik: Eurokurs nähert sich zunehmend dem Dollar an - wie wahrscheinlich ist eine Parität? | Nachricht | finanzen.net
Unterschiedliche Geldpolitik
Folgen
Die europäische Gemeinschaftswährung geriet zuletzt immer mehr unter Druck. Einige Marktteilnehmer rechnen inzwischen damit, dass demnächst die Parität erreicht wird. Doch wie wahrscheinlich ist dieses Szenario wirklich?
Werbung
• Euro im Abwärtstrend
• EZB und Fed nicht im Gleichschritt
• Mehrheit der Experten erwartet keine Euro-Dollar-Parität
Werbung
CNY/EUR und andere Devisen mit Hebel handeln (long und short)
Handeln Sie Währungspaare wie CNY/EUR Hebel bei der Nr. 1 unter Deutschlands CFD-Anbietern und partizipieren Sie an steigenden wie fallenden Notierungen.
Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.

In den letzten zwölf Monaten befand sich der Euro gegenüber dem US-Dollar in einem klaren Abwärtstrend und hat deutlich über 10 Prozent an Wert eingebüßt. Mitte Mai fiel der Eurokurs sogar unter die die Marke von 1,04 US-Dollar. Nun droht zum ersten Mal in zwanzig Jahren eine Parität.

Unterschiedliche Geldpolitik

Zahlreiche Faktoren wie der Ukraine-Krieg, Lieferkettenprobleme oder die starke Inflation haben die Risikobereitschaft der Anleger gedämpft. Vor diesem Hintergrund wird die US-Währung als "sicherer Hafen" verstärkt gesucht.

Doch insbesondere auch die auseinanderklaffende Geldpolitik der Notenbanken in den USA und der Eurozone trägt zur derzeitigen Dollar-Stärke bei. So haben nämlich die US-Währungshüter angesichts einer Inflationsrate auf einem 40-Jahreshoch bereits Mitte März die Zinswende eingeleitet und den Leitzins erwartungsgemäß um einen Viertel Punkt angehoben. Dies war die erste Zinserhöhung in den USA seit 2018. Es folgte im Mai eine weitere Erhöhung um sogar 0,5 Prozentpunkte auf eine Spanne von nun 0,75 bis 1,0 Prozent. Für den weiteren Jahresverlauf kündigte die US-Notenbank Fed weitere Erhöhungsschritte an und signalisierte dabei einen aggressiven Kurs.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verhält sich im Vergleich dazu deutlich zögerlicher. Im Euroraum liegt der Einlagensatz derzeit bei minus 0,5 Prozent und bereits seit 2014 unter Null. Hier gingen die Währungshüter lange davon aus, dass die hohe Inflation nur vorübergehender Natur sei. Doch nun scheint auch bei der EZB ein Umdenken einzusetzen: "Ausgehend von den derzeitigen Aussichten werden wir wahrscheinlich in der Lage sein, die negativen Zinssätze bis zum Ende des dritten Quartals zu stoppen", schrieb Lagarde in einem Blogbeitrag auf der EZB-Website. Damit steuert nun auch die EZB auf die erste Zinsanhebung seit elf Jahren zu. Nach diesen Äußerungen legte die europäische Gemeinschaftswährung in einer ersten Reaktion deutlich zu und kletterte über 1,06 US-Dollar.

Was sagen Experten zu einer möglichen Parität?

Wie wahrscheinlich ist es nun, dass sich der Euro dem Greenback weiter annähert und womöglich sogar die Parität erreicht wird? Laut einem "CNBC"-Bericht wird dies zwar von einigen Marktteilnehmern erwartet, doch anscheinend ist die Mehrheit skeptisch, dass es tatsächlich zu einer Parität kommt.

So erklärte beispielsweise Sam Zief, Global Head of FX Strategy bei der JPMorgan Private Bank, dass er die Parität zwar für möglich aber doch eher unwahrscheinlich halte. Dazu müssten sich die Wachstumserwartungen für die Eurozone im Vergleich zu den USA derart verschlechtern, wie es unmittelbar nach der Ukraine-Invasion zu beobachten war. Doch selbst dann sei die Parität sein Worst-Case-Szenario.

Auch bei der Deutschen Bank geht man anscheinend nicht davon aus, dass der Euro bis zur Parität sinkt. Deutsche Bank Global Head of FX Research George Saravelos befürchtet nämlich nicht, dass der Eurozone eine Rezession droht. Vielmehr ist seiner Ansicht nach der Dollar derzeit zu hoch bewertet. Der "Sichere Hafen"-Aufschlag, der derzeit für den US-Dollar gezahlt werde, habe das "obere Ende des Extrems" erreicht. Für die kommenden Monate prognostiziert Saravelos deshalb, dass der Euro statt auf die Parität zu fallen vielmehr wieder bis auf 1,10 US-Dollar ansteigen wird.

Doch laut "CNBC" gibt es auch eine Minderheit, die glaubt, dass der Euro weiter bis zur Parität fallen wird. So geht beispielsweise Jonas Goltermann, Senior Markets Economist bei Capital Economics, davon aus, dass die EZB ihre Geldpolitik weniger aggressiv straffen wird als von den Märkten eingepreist. Zudem rechnet Goltermann mit weiteren Turbulenzen der globalen Wirtschaft, denen der Euro stärker ausgesetzt sei. Deshalb prognostiziert er, dass der Euro im Laufe dieses Jahres auf die Parität sinken wird, bevor er sich 2023 wieder in Richtung 1,10 US-Dollar erholen kann.

Redaktion finanzen.net

Ausgewählte Hebelprodukte auf Deutsche Bank AG
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Deutsche Bank AG
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: Zepedrocoelho / Shutterstock.com, Sailom / Shutterstock.com

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
    3
  • Alle
    8
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
08:26 UhrDeutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
05.07.2022Deutsche Bank OverweightJP Morgan Chase & Co.
04.07.2022Deutsche Bank BuyWarburg Research
01.07.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
01.07.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
05.07.2022Deutsche Bank OverweightJP Morgan Chase & Co.
04.07.2022Deutsche Bank BuyWarburg Research
15.06.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
13.06.2022Deutsche Bank OverweightJP Morgan Chase & Co.
09.06.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
08:26 UhrDeutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
01.07.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
28.04.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
28.04.2022Deutsche Bank Equal WeightBarclays Capital
27.04.2022Deutsche Bank Equal WeightBarclays Capital
01.07.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
28.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
25.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
01.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
11.03.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,0185-0,0082
-0,79
Japanischer Yen138,4555-1,0070
-0,72
Pfundkurs0,8536-0,0053
-0,62
Schweizer Franken0,9895-0,0047
-0,47
Russischer Rubel63,15631,5513
2,52
Bitcoin20057,4887389,5146
1,98
Chinesischer Yuan6,8318-0,0672
-0,97

Heute im Fokus

Ukraine-Krieg im Ticker: US-Börsen legen nach Fed-Protokoll zu -- DAX schließt weit im Plus -- VW-Chef lehnt E-Fuels ab -- S&P reduziert Bonitätsausblick von Uniper -- Just Eat, EVOTEC, AUTO1 im Fokus

US-Währungshüter signalisieren weitere deutliche Zinserhöhungen. Volkswagen setzt Beauftragte für Menschenrechte ein. Apple kündigt neue Funktion zum Schutz vor Hacker-Angriffen an. TotalEnergies trennt sich von Beteiligung an russischem Ölfeld. METRO erneut zuversichtlicher für Geschäftsjahr. Lufthansa-Aktie: Personal übt harsche Kritik am Krisen-Management.
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Was schätzen Sie - wie hoch ist der Volumenanteil an Wertpapieren in ihrem Depot, die Nachhaltigkeitsziele verfolgen bzw. Nachhaltigkeitsmerkmale aufweisen? (Ökologische Nachhaltigkeit, Soziale Nachhaltigkeit und / oder gute Unternehmensführung betreffend)

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln